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In Litauen wurde Anfang 2021 ein neues Gesetz verabschiedet, welches die Werbung für jegliches Online-Glücksspiel verbietet. Das umstrittene Verbot soll ab dem 1. Juli 2021 in Kraft treten und nicht nur Werbung an sich verbieten, sondern auch die sonst so begehrten Rabatte, Boni und Promotionen untersagen. Ziel ist, wie immer, Bürger und Bürgerinnen mit krankhaften Glücksspielproblemen zu helfen. Die Vergangenheit zeigt jedoch, dass der Schuss schnell nach hinten losgehen kann.

Deutschland und Schweden gehen voraus

Dabei geht Litauen einen anderen Weg als Schweden oder Deutschland, die vor allem Regularien in Bezug auf das Glücksspielangebot von Online-Casinos ins Auge gefasst haben. So setzt man hier unter anderem auf monatliche Einzahlungslimits und Zeitlimits für die sogenannten Slots.

Bisher ist es für ambitionierte Spieler jedoch leicht diese Limits von Spielangeboten zu umgehen, indem sie auf ausländische Casinos umsteigen. Ein gefährlicher Trend, wie sich derzeit in Schweden zeigt, denn nicht selten greifen Spieler dabei auf Casinos ohne Lizenz zurück. Diese bieten so gut wie keine Sicherheiten und halten sich nicht an internationale, geschweige denn an lokale Gesetzgebungen von Glücksspiel-Behörden. Immer mehr Spieler weichen auf diese “grauen Casinos” zurück. Ein Spielen ganz ohne Limits, so Experten der schwedischen Glücksspiellaufsicht, sei Gift für Menschen mit Suchtneigung. Die verschärften Regelungen zeigen sich somit als zweischneidiges Schwert.

Die Mehrheit stimmte dafür

Grundlage für das Werbe-Verbot in Litauen ist eine Umfrage der litauischen Glücksspiel-Aufsichtsbehörde, deren Ergebnis sich eindeutig dafür aussprach. Gut die Hälfte aller im November 2020 befragten stimmen dabei für dieses Werbe-Verbot.

Wie so oft bleiben staatliche Lotterien von diesem Verbot verschont, was einen moralisch fragwürdigen Beigeschmack hinterlässt. In derselben Umfrage stimmen immerhin über 20 % der Befragten dafür, dass Lotterien genau so verboten werden sollten.

Weiter angeheizt wurde die politische Kampagne gegen die Glücksspielindustrie in Litauen durch augenscheinliches Fehlverhalten vieler Anbieter während der Corona-Pandemie.

So gaben viele Anbieter ein Versprechen ab, die Notlage nicht zu ihren Gunsten auszunutzen - schließlich saß der Großteil der Bevölkerung zu Hause und die Nachfrage nach Spielangeboten explodierte. Daran gehalten haben sich im Nachhinein jedoch nur wenige und einige Casinos weiteten ihre Werbebudgets sogar aus.

Staatliche Eingriffe bisher wenig Erfolg versprechend

Natürlich könnte ein solches Werbe-Verbot der Industrie erheblich schaden. Auch der Wettbewerb wäre negativ betroffen, da der Markteintritt neuer Casinos ohne Werbung ein Ding der Unmöglichkeit darstellen würde.

Zudem zeigte ein ähnliches Verbot, welches in Italien Anfang 2019 in Kraft trat, nicht den erwünschten Effekt - stattdessen wuchs die Glücksspielbranche ungebremst weiter. Auch Schweden scheiterte zuletzt mit seinen verschärften Regulierungen, hält aber dennoch daran fest. Bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in Litauen ab Juli 2021 verändern wird

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